Fachlich geprüft am 4. September 2026. Bücher über Glücksspielsucht können helfen, Kontrollverlust besser zu verstehen, Warnsignale einzuordnen und die Perspektive von Betroffenen oder Angehörigen nachzuvollziehen. Welcher Titel sinnvoll ist, hängt allerdings stark davon ab, was Sie suchen: fachliche Orientierung, konkrete Hilfen für Angehörige, einen kompakten Einstieg oder einen persönlichen Erfahrungsbericht.
Kurz gesagt: Für eine strukturierte Einführung eignet sich Ratgeber Glücksspielsucht von Klaus Wölfling. Deine Spielsucht betrifft auch mich richtet sich besonders an Angehörige und Freunde. Game Over bietet einen kompakten Einstieg für Betroffene und ihr Umfeld. Wer Lebensgeschichten kennenlernen möchte, findet mit Hölle Spielsucht eine andere Perspektive. Mit Mission Spielfrei von Michael Gruninger kommt außerdem ein aktuelles Buch hinzu, das Kontrollverlust im Zusammenhang mit Trading und modernen Risikomechaniken thematisiert.
Wer dagegen Bücher über Casino, Poker, Wahrscheinlichkeiten oder Glücksspielstrategien sucht, findet diese in unserem separaten Überblick zu Büchern über Glücksspiel. Dieser Beitrag konzentriert sich ausdrücklich auf Literatur über problematisches Glücksspiel und Glücksspielsucht.
| Leserfrage | Passender Titel | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| Ich möchte Glücksspielsucht fachlich verstehen. | Ratgeber Glücksspielsucht | Entstehung, Behandlung, Selbsthilfe, Rückfallprävention |
| Ein Angehöriger oder Freund ist betroffen. | Deine Spielsucht betrifft auch mich | Belastungen, Kommunikation, Grenzen und Umgang mit Rückfällen |
| Ich möchte einen kurzen ersten Überblick. | Game Over | Kompakte Orientierung für Betroffene und Angehörige |
| Ich möchte Erfahrungsberichte Betroffener lesen. | Hölle Spielsucht | Persönliche Erfahrungen und Lebensgeschichten |
| Mich interessieren Trading, Risiko und Kontrollverlust. | Mission Spielfrei | Autobiografischer Kern, Trading und moderne Formen problematischen Risikoverhaltens |
Was meinen wir mit Glücksspielsucht?
Der Ausdruck „Spielsucht“ wird im Alltag unterschiedlich verwendet. Manche Menschen meinen damit Glücksspiele um Geld, andere denken an exzessives Computer- oder Videospielen. In diesem Beitrag geht es ausschließlich um Glücksspielsucht beziehungsweise eine Störung durch Glücksspielen.
Dazu können beispielsweise problematisches Verhalten rund um Spielautomaten, Casinoangebote, Sportwetten oder andere Glücksspiele gehören. Computerspiel- beziehungsweise Gaming-Probleme sind ein eigenes Themenfeld und sollten nicht mit Glücksspielsucht gleichgesetzt werden.
Die Größenordnung zeigt, dass es sich keineswegs um ein Randthema handelt. Nach aktuellen Daten des Beauftragten der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen erfüllen hochgerechnet gut 1,3 Millionen Erwachsene in Deutschland die Kriterien einer glücksspielbezogenen Störung. Weitere rund 3,1 Millionen Menschen weisen Anzeichen problematischen Glücksspielverhaltens auf. Besonders relevant für Angehörige: 15 Prozent der Bevölkerung kennen mindestens eine Person, für die Wetten oder Spielen um Geld zu einer Belastung oder einem Problem geworden ist.
Wie wurden die Bücher ausgewählt?
Eine Rangliste von Platz eins bis fünf wäre bei diesem Thema wenig sinnvoll. Ein Buch für Angehörige erfüllt eine andere Aufgabe als ein Fachratgeber oder ein autobiografischer Erfahrungsbericht.
Für unsere Auswahl haben wir deshalb vor allem darauf geachtet, ob sich die Bücher inhaltlich tatsächlich voneinander unterscheiden. Berücksichtigt wurden:
- Zielgruppe: Betroffene, Angehörige oder beide Gruppen,
- Buchtyp: Fachratgeber, Selbsthilfeorientierung oder Erfahrungsbericht,
- praktischer Nutzen: Erklärungen, Übungen, Orientierung oder Einblicke in reale Erfahrungen,
- Autorenschaft und fachlicher Kontext,
- Aktualität und bibliografische Nachprüfbarkeit,
- besondere Perspektiven, die von den übrigen Büchern nicht bereits abgedeckt werden.
Die folgenden Bücher sind deshalb keine austauschbaren Empfehlungen. Jedes beantwortet eine etwas andere Leserfrage.
Ratgeber Glücksspielsucht von Klaus Wölfling: strukturierter Einstieg für Betroffene und Angehörige
Ratgeber Glücksspielsucht – Informationen für Betroffene und Angehörige von Klaus Wölfling ist 2023 bei Hogrefe erschienen. Die Printausgabe trägt die ISBN 978-3-8017-3166-3 und umfasst 65 Seiten.
Der Titel gehört zur Reihe „Ratgeber zur Reihe Fortschritte der Psychotherapie“ und richtet sich ausdrücklich an Betroffene, Angehörige sowie Fachpersonen aus Psychotherapie, Psychiatrie und Beratungsstellen.
Sein Vorteil liegt in der klaren Struktur. Der Ratgeber erläutert zunächst, wie sich problematisches Glücksspiel entwickeln und aufrechterhalten kann. Anschließend geht es um Hilfsangebote und wichtige Bestandteile der Behandlung. Dazu gehören unter anderem der Umgang mit problematischen Gedanken rund um das Glücksspiel, Rückfallprävention und Geldmanagement.
Fallbeispiele und Arbeitsblätter sollen dabei helfen, persönliche Risikosituationen und Verhaltensmuster greifbarer zu machen.
Für wen eignet sich das Buch?
- für Betroffene, die ihr eigenes Verhalten systematischer verstehen möchten,
- für Angehörige, die eine fachlich strukturierte Einführung suchen,
- für Leserinnen und Leser, die nicht ausschließlich einen autobiografischen Bericht möchten,
- als ergänzende Lektüre zu professioneller Beratung oder Behandlung.
Stärke: aktuelle, kompakte und fachlich orientierte Einführung.
Grenze: Wer hauptsächlich verstehen möchte, wie sich die Situation für Partner, Eltern oder andere Angehörige im Alltag anfühlt, findet in einem speziell auf Angehörige ausgerichteten Titel noch mehr praktische Tiefe.
Deine Spielsucht betrifft auch mich: besonders interessant für Angehörige
Deine Spielsucht betrifft auch mich – Ein Ratgeber für Familienmitglieder und Freunde von Glücksspielsüchtigen stammt von Ursula G. Buchner und Annalena Koytek. Das Buch erschien 2017 bei Hogrefe, umfasst 159 Seiten und trägt die ISBN 978-3-8017-2626-3.
Hier steht bewusst nicht die spielende Person allein im Mittelpunkt. Das Buch beschäftigt sich damit, was Glücksspielprobleme mit Partnern, Familienmitgliedern und Freunden machen können.
Zu den behandelten Fragen gehören unter anderem:
- Wie entsteht Glücksspielsucht?
- Welche Auswirkungen kann sie auf Familie und Freundeskreis haben?
- Wie geht man mit Misstrauen und Schuldzuweisungen um?
- Wie kann Kommunikation mit der betroffenen Person verbessert werden?
- Wie können Angehörige mit erneuten Spielphasen oder Rückfällen umgehen?
- Wie schützen Angehörige auch ihre eigene psychische Belastbarkeit?
Zahlreiche Übungen und Beispiele machen den Titel deutlich handlungsorientierter als einen reinen Überblick über das Krankheitsbild.
Für wen eignet sich das Buch?
Vor allem für Menschen, die selbst nicht spielen, aber unmittelbar von den Folgen des Glücksspielverhaltens eines anderen Menschen betroffen sind. Das kann der Partner oder die Partnerin sein, ein Elternteil, ein erwachsenes Kind, ein Freund oder eine andere nahestehende Person.
Stärke: sehr klarer Fokus auf die häufig übersehene Angehörigenperspektive.
Grenze: Wer primär am eigenen Spielverhalten arbeiten möchte, sollte zusätzlich einen Ratgeber wählen, der Betroffene unmittelbar adressiert.
Game Over: kompakter Ratgeber für Betroffene und Angehörige
Game Over – Ratgeber für Glücksspielsüchtige und deren Angehörige von Ilona Füchtenschnieder-Petry und Jörg Petry ist bei Lambertus erschienen. Der Verlag führt den Titel weiterhin in seinem Programm.
Der vergleichsweise kompakte Ratgeber erklärt verschiedene Formen des Glücksspiels, das Krankheitsbild und grundlegende Hilfsmöglichkeiten. Er informiert außerdem über Selbsthilfe sowie ambulante und stationäre Beratungs- und Behandlungsangebote.
Dadurch eignet sich Game Over vor allem als Einstieg, wenn zunächst ein überschaubarer Überblick gesucht wird und ein umfangreicheres Fachbuch noch zu viel erscheint.
Für wen eignet sich das Buch?
- für Menschen am Beginn ihrer Auseinandersetzung mit dem Thema,
- für Angehörige, die eine gemeinsame Grundorientierung suchen,
- für Leser, die zunächst lieber einen kurzen Ratgeber als ein umfangreiches Fachbuch lesen möchten.
Stärke: niedrigschwelliger, kompakter Überblick.
Grenze: Der Titel ist älter als der Wölfling-Ratgeber. Für aktuelle Daten, digitale Glücksspielangebote und heutige Hilfsstrukturen sollten deshalb ergänzend aktuelle offizielle Informationsangebote herangezogen werden.
Hölle Spielsucht: persönliche Erfahrungen statt klassischem Ratgeber
Eine andere Leseraufgabe erfüllt Hölle Spielsucht – Süchtige erzählen von Norbert Blaichinger. Das 2016 bei Innsalz erschienene Buch umfasst 160 Seiten; die ISBN lautet 978-3-903154-13-1.
Bereits der Untertitel macht die Perspektive deutlich: Im Vordergrund stehen Erfahrungen und Geschichten von Menschen, die mit Spielsucht konfrontiert waren. Das Buch ist deshalb nicht mit einem therapeutisch orientierten Ratgeber gleichzusetzen.
Gerade darin kann aber sein Wert liegen. Fachbegriffe und Modelle erklären, wie eine Abhängigkeit funktioniert. Persönliche Geschichten können stärker vermitteln, wie sie sich im Leben eines Menschen und seines Umfelds auswirken kann.
Für wen eignet sich das Buch?
- für Leserinnen und Leser, die Betroffenenperspektiven kennenlernen möchten,
- für Angehörige, denen abstrakte Krankheitsbeschreibungen zu wenig greifbar sind,
- als Ergänzung zu einem aktuellen fachlichen Ratgeber.
Stärke: menschliche und biografische Perspektive.
Grenze: Das Buch stammt aus dem Jahr 2016. Zahlen, Hilfsstrukturen oder Entwicklungen des Online-Glücksspiels sollten deshalb nicht allein daraus abgeleitet werden.
Mission Spielfrei von Michael Gruninger: Trading, Risiko und Kontrollverlust
Eine besonders aktuelle Ergänzung des Themenfeldes ist Mission Spielfrei – Spielsucht erkennen und richtig handeln von Michael Gruninger, erschienen beziehungsweise angekündigt beim Mentoren-Media-Verlag unter der ISBN 978-3-98641-332-3.
Stand 4. September 2026 ist das Buch noch nicht regulär erschienen. Verschiedene Händlerdaten nennen derzeit unterschiedliche Veröffentlichungstermine im Herbst 2026. Deshalb behandeln wir Mission Spielfrei hier ausdrücklich als angekündigte Neuerscheinung und nicht als bereits vollständig von BuchInsider rezensierten Titel.
Die bisher veröffentlichten Verlagsinformationen und das Gespräch mit dem Autor zeigen jedoch eine klare thematische Besonderheit: Gruningers Geschichte beginnt nicht mit dem klassischen Bild vom Spielautomaten oder Roulette-Tisch. Im Mittelpunkt stehen zunächst unternehmerische Leistung, finanzielles Risiko und Trading. Daraus entwickelt sich nach seiner eigenen Darstellung zunehmend Kontrollverlust.
Der Verlag beschreibt das Buch als Verbindung aus persönlicher Geschichte, Aufklärung, Warnsignalen und Orientierung für Betroffene und Angehörige.
Genau dieser autobiografische Hintergrund unterscheidet Mission Spielfrei von den klassischen Ratgebern dieser Auswahl.
Wer die Geschichte hinter dem Buch näher kennenlernen möchte, findet bei BuchInsider das ausführliche Interview mit Michael Gruninger über Trading, Kontrollverlust und „Mission Spielfrei“. Darin spricht der Autor unter anderem darüber, wann aus seinem vermeintlich kontrollierten Trading ein nicht mehr kontrollierbares Verhalten wurde, über Verluste und Verheimlichung sowie über Therapie und die Motivation, seine Erfahrungen öffentlich zu machen.
Für wen könnte Mission Spielfrei interessant sein?
- für Menschen, die sich in klassischen Casino-Erzählungen nicht wiederfinden,
- für Leser, die sich für problematisches Trading und Kontrollverlust interessieren,
- für Angehörige und Freunde, die frühe Warnsignale verstehen möchten,
- für Leser autobiografisch geprägter Sachbücher.
Stärke: zeitgemäße Perspektive auf Risiko, Trading und schleichenden Kontrollverlust sowie direkte Betroffenenperspektive.
Grenze: Da das Buch zum Prüfzeitpunkt noch nicht regulär erschienen ist, wäre eine endgültige redaktionelle Qualitätsbewertung verfrüht. Die Einordnung an dieser Stelle basiert auf den verifizierbaren Verlagsinformationen und unserem ausführlichen Autoreninterview.
Ist Trading-Sucht dasselbe wie Glücksspielsucht?
Nein, eine pauschale Gleichsetzung wäre fachlich zu stark.
Die Forschung beschäftigt sich zunehmend mit problematischem beziehungsweise exzessivem Trading. Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2025 zeigt, dass psychologische Studien problematisches Trading häufig im Rahmen von Verhaltenssucht und in Nähe zum problematischen Glücksspiel untersucht haben.
Besonders bei kurzfristigem, hochspekulativem Trading und Kryptowährungen wurden Überschneidungen beschrieben. Dazu können beispielsweise sehr häufige Trades, starke gedankliche Beschäftigung mit dem nächsten Geschäft oder das sogenannte „Chasing“ von Verlusten gehören.
Gleichzeitig warnen die Autoren der Übersichtsarbeit davor, problematisches Trading vorschnell einfach mit Glücksspiel gleichzusetzen. Die wissenschaftliche Definition des Phänomens ist noch nicht abschließend geklärt.
Das bedeutet für Leser:
- Normales Investieren oder langfristiger Vermögensaufbau ist nicht automatisch Glücksspiel.
- Auch spekulatives Trading darf nicht allein aufgrund hoher Risiken als medizinische Diagnose bezeichnet werden.
- Problematisches Trading kann jedoch Verhaltensmuster aufweisen, die in der Forschung auch aus dem Glücksspielbereich bekannt sind.
- Bei Kontrollverlust und erheblicher persönlicher, finanzieller oder sozialer Belastung sollte nicht ein Etikett, sondern professionelle Unterstützung im Vordergrund stehen.
Gerade diese Abgrenzung macht die Perspektive von Mission Spielfrei interessant: Sie erweitert die klassische Literatur über Glücksspielprobleme, ohne dass daraus die Behauptung folgen darf, jedes Trading sei Glücksspiel oder „Trading-Sucht“ bereits eine eindeutig abgegrenzte medizinische Diagnose.
Welches Buch über Glücksspielsucht passt zu mir?
| Situation | Naheliegender Einstieg | Warum? |
|---|---|---|
| Ich vermute bei mir selbst ein Problem und möchte verstehen, was passiert. | Ratgeber Glücksspielsucht | fachlich strukturiert, mit Selbsthilfeelementen und Rückfallprävention |
| Mein Partner, Elternteil oder Freund spielt problematisch. | Deine Spielsucht betrifft auch mich | konsequent aus Sicht des Umfelds aufgebaut |
| Ich möchte mich zunächst kurz orientieren. | Game Over | kompakter Überblick über Problem und Hilfsmöglichkeiten |
| Ich möchte reale Erfahrungen verstehen. | Hölle Spielsucht | Betroffenenberichte statt überwiegend theoretischer Erklärung |
| Mein Thema ist Trading, Risiko oder der Verlust von Kontrolle. | Mission Spielfrei | autobiografischer Zugang zu einem modernen Grenzbereich zwischen Trading und problematischem Verhalten |
Diese Einteilung bedeutet nicht, dass nur ein einziges Buch sinnvoll sein kann. Gerade bei einem komplexen Thema können sich ein fachlicher Ratgeber und ein Erfahrungsbericht gut ergänzen.
Welches Buch eignet sich besonders für Angehörige?
Wenn nicht Sie selbst, sondern eine nahestehende Person problematisch spielt, ist Deine Spielsucht betrifft auch mich der am klarsten auf diese Leseraufgabe zugeschnittene Titel unserer Auswahl.
Das ist wichtig, weil Angehörige häufig vor anderen Fragen stehen als Betroffene:
- Wie spreche ich das Problem an?
- Wie gehe ich mit Lügen oder Vertrauensverlust um?
- Wo endet Unterstützung und wo beginnt die eigene Überforderung?
- Wie reagiere ich auf eine erneute Spielphase?
- Wo kann ich selbst Beratung erhalten?
Auch der neuere Ratgeber Glücksspielsucht richtet sich an Angehörige, behandelt sie aber gemeinsam mit Betroffenen. Welcher Titel besser passt, hängt deshalb davon ab, ob Sie vor allem das Krankheitsbild verstehen oder die eigene Rolle als Angehöriger bearbeiten möchten.
Warum Erfahrungsberichte trotzdem wichtig sein können
Fachratgeber haben einen klaren Vorteil: Sie strukturieren Ursachen, typische Mechanismen und Hilfsmöglichkeiten. Gleichzeitig beschreiben medizinische Begriffe nur begrenzt, wie sich Kontrollverlust im Alltag tatsächlich anfühlen kann.
Erfahrungsberichte können andere Fragen beantworten:
- Wie lange lässt sich ein Problem vor anderen verbergen?
- Wie verändert sich die eigene Wahrnehmung von Verlusten?
- Wie erleben Partner und Familienmitglieder die Situation?
- Warum reicht das rationale Wissen „Ich sollte aufhören“ manchmal nicht?
- Wie erzählen Betroffene rückblickend über Scham, Verdrängung oder Kontrollverlust?
Sie sollten jedoch nicht mit Fachliteratur gleichgesetzt werden. Die Erfahrung einer einzelnen Person beweist weder einen allgemeinen Krankheitsverlauf noch die Wirksamkeit einer bestimmten Behandlung.
Die stärkste Kombination kann deshalb aus zwei Perspektiven bestehen: fachliche Einordnung plus persönliche Erfahrung.
Kostenlose offizielle Informationen als Ergänzung zu Büchern
Wer sich zunächst informieren möchte, muss nicht sofort ein Buch kaufen. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit stellt wissenschaftlich fundierte Informationsmaterialien zur Glücksspielsucht bereit.
Für Angehörige gibt es beispielsweise die Broschüre Nichts geht mehr? – Was Angehörigen von Glücksspielsüchtigen helfen kann. Sie behandelt typische Fragen rund um die Entstehung der Erkrankung, Belastungen des Umfelds sowie Beratungs- und Behandlungsmöglichkeiten.
Solche offiziellen Materialien sind eine gute Ergänzung zu Büchern, weil Informationen über Beratungsangebote und Hilfsstrukturen dort laufend aktueller gehalten werden können als in einem mehrere Jahre alten Printtitel.
Was ein gutes Buch über Glücksspielsucht leisten kann – und was nicht
Ein gutes Buch kann:
- ein zunächst schwer greifbares Problem verständlicher machen,
- Warnsignale und wiederkehrende Verhaltensmuster erklären,
- Betroffenen helfen, das eigene Verhalten zu reflektieren,
- Angehörigen zeigen, dass ihre Belastung ernst genommen werden darf,
- Hemmschwellen senken, sich mit professionellen Hilfsangeboten auseinanderzusetzen,
- durch Erfahrungsberichte Verständnis und Empathie fördern.
Ein Buch kann dagegen nicht zuverlässig feststellen, ob eine konkrete Person eine Störung durch Glücksspielen hat. Es kann keine individuelle Therapie auswählen und keine akute professionelle Unterstützung ersetzen.
Gerade deshalb ist die Frage „Welches ist das beste Buch?“ weniger hilfreich als die Frage: „Welche Information brauche ich im Moment?“
Fazit: Nicht jedes Buch über Glücksspielsucht erfüllt dieselbe Aufgabe
Wer einen sachlichen und aktuellen Einstieg sucht, findet mit Klaus Wölflings Ratgeber Glücksspielsucht eine kompakte fachliche Orientierung. Für Partner, Familienmitglieder und Freunde ist Deine Spielsucht betrifft auch mich besonders konsequent auf die Angehörigenperspektive zugeschnitten. Game Over bietet einen kurzen Einstieg, während Hölle Spielsucht persönliche Erfahrungen in den Mittelpunkt stellt.
Mission Spielfrei ergänzt dieses Spektrum um eine aktuelle autobiografische Perspektive, bei der Trading, Risiko und Kontrollverlust eine zentrale Rolle spielen. Da das Buch zum Prüfzeitpunkt noch nicht regulär erschienen ist, ordnen wir es bewusst als kommende Neuerscheinung ein und nicht als abschließend bewerteten Ratgeber.
Gerade diese Unterschiede sind entscheidend. Glücksspielsucht betrifft Betroffene und ihr Umfeld auf sehr unterschiedliche Weise. Entsprechend sollte auch die Literatur nicht als austauschbare Bestenliste betrachtet werden, sondern als Werkzeug für verschiedene Fragen: verstehen, erkennen, einordnen, die Angehörigenperspektive nachvollziehen und den Weg zu geeigneter Unterstützung erleichtern.
Häufige Fragen zu Büchern über Glücksspielsucht
Welches Buch über Glücksspielsucht eignet sich für Betroffene?
Ratgeber Glücksspielsucht von Klaus Wölfling ist ein guter strukturierter Einstieg, weil das Buch Krankheitsmechanismen, Hilfsangebote, Rückfallprävention und Selbsthilfeelemente verbindet. Welcher Titel individuell hilfreich ist, hängt jedoch von der persönlichen Situation ab.
Welches Buch hilft Angehörigen von Glücksspielsüchtigen?
Deine Spielsucht betrifft auch mich von Ursula G. Buchner und Annalena Koytek richtet sich ausdrücklich an Familienmitglieder und Freunde. Es behandelt unter anderem Belastungen, Kommunikation, Schuldzuweisungen und den Umgang mit erneuten Spielphasen.
Sind Erfahrungsberichte über Spielsucht sinnvoll?
Sie können helfen, Kontrollverlust und die Auswirkungen einer Sucht emotional besser nachzuvollziehen. Sie ersetzen jedoch keine fachliche Einordnung. Besonders sinnvoll kann deshalb eine Kombination aus Erfahrungsbericht und aktuellem Fachratgeber sein.
Ist Mission Spielfrei von Michael Gruninger bereits erschienen?
Stand 4. September 2026 ist das Buch noch als Neuerscheinung angekündigt. Verschiedene Händler führen derzeit unterschiedliche Veröffentlichungstermine im Herbst 2026. Die ISBN 978-3-98641-332-3 und der Mentoren-Media-Verlag sind konsistent dokumentiert. Vor einem Kauf sollte der aktuelle Erscheinungstermin deshalb nochmals geprüft werden.
Ist Trading-Sucht dasselbe wie Glücksspielsucht?
Nein. Die Forschung untersucht problematisches Trading zwar häufig in Zusammenhang mit problematischem Glücksspiel und Verhaltenssucht, warnt aber gleichzeitig vor einer pauschalen Gleichsetzung. Vor allem hochspekulatives und sehr kurzfristiges Trading kann ähnliche problematische Muster zeigen. Normales Investieren ist dadurch nicht automatisch Glücksspiel.
Ist Spielsucht dasselbe wie Computerspielsucht?
Nein. Der Begriff „Spielsucht“ wird umgangssprachlich für unterschiedliche Probleme verwendet. In diesem Beitrag geht es um Glücksspiele um Geld beziehungsweise eine Störung durch Glücksspielen. Problematisches Gaming beziehungsweise Computerspielen ist davon zu unterscheiden.
Kann ein Buch eine Therapie bei Glücksspielsucht ersetzen?
Nein. Bücher können informieren, Orientierung geben und zur Selbstreflexion beitragen. Eine fachliche Diagnose, Suchtberatung oder individuell notwendige Behandlung können sie nicht ersetzen.
Gibt es kostenlose Informationen für Angehörige?
Ja. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit bietet unter anderem die kostenlose Broschüre Nichts geht mehr? – Was Angehörigen von Glücksspielsüchtigen helfen kann sowie weitere Informationsmaterialien zu Glücksspielsucht und Hilfsangeboten an.
Quellen und Prüfstand
- Beauftragter der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen: Datenportal Sucht und Drogen – Glücksspiel in Deutschland; aktueller Glücksspielsurvey, geprüft am 4. September 2026.
- Hogrefe Verlag: Klaus Wölfling, Ratgeber Glücksspielsucht – Informationen für Betroffene und Angehörige, ISBN 978-3-8017-3166-3.
- Hogrefe Verlag: Ursula G. Buchner / Annalena Koytek, Deine Spielsucht betrifft auch mich, ISBN 978-3-8017-2626-3.
- Lambertus Verlag: Ilona Füchtenschnieder-Petry / Jörg Petry, Game Over – Ratgeber für Glücksspielsüchtige und deren Angehörige.
- Innsalz / bibliografischer Abgleich: Norbert Blaichinger, Hölle Spielsucht – Süchtige erzählen, ISBN 978-3-903154-13-1.
- Mentoren-Media-Verlag: Michael Gruninger und Mission Spielfrei – Spielsucht erkennen und richtig handeln, ISBN 978-3-98641-332-3; Verlags- und Autoreninformationen, geprüft am 4. September 2026.
- BuchInsider: Michael Gruninger im Interview, veröffentlicht am 2. September 2026.
- Loscalzo, Rogier & Velotti: Problematic trading: a Systematic Review of theoretical considerations, Frontiers in Psychiatry, 2025.
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit: Nichts geht mehr? – Was Angehörigen von Glücksspielsüchtigen helfen kann.
Wichtiger Hinweis: Die Inhalte dieses Magazins dienen ausschließlich Informations- und Unterhaltungszwecken und besitzen keinen Beratercharakter. Die bereitgestellten Informationen waren zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell. Eine Garantie für Vollständigkeit, Aktualität und Richtigkeit wird nicht übernommen, jegliche Haftung im Zusammenhang mit der Nutzung dieser Inhalte ist ausgeschlossen. Diese Inhalte ersetzen keine professionelle juristische, medizinische oder finanzielle Beratung. Bei spezifischen Fragen oder besonderen Umständen sollte stets ein entsprechender Fachexperte hinzugezogen werden. Texte können mithilfe von KI-Systemen erstellt oder unterstützt worden sein.

